Ein einsamer Stern für 3000 Grazer Kindergartenkinder

Der Grazer Buchautor Werner David Wiechenthaler widmet sich in seinem ersten Kinderbuch dem Thema Einsamkeit. Die Stadt Graz stattet alle 60 städtischen Kindergärten nun mit „Wilfried, der einsame Stern“ aus.

Zur Premiere gab es eine Lesung vom Autor höchstpersönlich: Im Kindergarten in der Grazer Plüddemanngasse erzählte Werner David Wiechenthaler am Dienstag Vormittag seine berührende Geschichte von Wilfried, dem einsamen Stern, der unerwartet Besuch von der Kometendame Mira bekommt und so seine Einsamkeit verliert. Vier Jahre hat Wiechenthaler an seinem Erstlingswerk gearbeitet, das aufwändig mit Illustrationen (von Hanna Riebenbauer) gestaltet ist und sich einem gesellschaftspolitisch aktuellen und wichtigen Thema annimmt – der Einsamkeit in Familien.

Aus diesem Grund fand sich auch der Grazer Bildungs- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner unter den zahlreichen jungen Zuhörerinnen und Zuhörern. Die Stadt Graz hat dieses Projekt von Beginn an finanziell unterstützt und es so ermöglicht, dass nun alle 60 städtischen Kindergärten mit 160 Büchern sowie 160 CDs von „Wilfried, der einsame Stern“ ausgestattet werden. Hochgerechnet kommen somit alle 3000 Kinder der städtischen Kindergärten in den Genuss dieses besonderen Buches. „Vereinsamung ist ein sehr komplexes Thema, das alle Generationen und alle gesellschaftlichen Schichten treffen kann“, so Hohensinner, der das Thema Vereinsamung ab sofort verstärkt in den Mittelpunkt rücken will. Bereits vergangene Woche fand dazu eine Fachtagung in Graz statt, ab 2020 wird es zudem einen Aktionsplan gegen Vereinsamung geben.

„Bei Kindern bedeutet Einsamkeit oft fehlende Aufmerksamkeit“, sagt Autor Wiechenthaler, dessen Buch vor kurzem im Eigenverlag erschienen ist. Ein weiterer Aspekt, den die Geschichte von „Wilfried, der einsame Stern“ behandelt, ist es, von anderen gesehen zu werden. Wiechenthaler: „Selbstwahrnehmung erfolgt durch das Feedback von anderen Menschen. Denn wie sollen wir wissen, ob wir besonders sind, wenn uns das niemand mitteilt?“ Das dritte Thema, das dieses Buch auf 36 Seiten aufgreift: Auch kurzzeitige Bekanntschaften können einen Vorteil und gute Erinnerungen im Leben bringen. „Nicht jede Freundschaft oder Beziehung hält ein Leben lang. Kinder müssen diese Erfahrung oft machen und man kann sie auf den Gewinn der Freundschaft hinweisen, auch wenn diese nicht mehr besteht“, sagt Wiechenthaler. So verlässt die Kometendame Mira den Stern Wilfried am Ende des Buches wieder. Dieser aber konnte allein durch diese Begegnung das Gefühl der Einsamkeit überwinden.

Besonders ist das Premierenbuch des Grazer Autors nicht nur wegen seiner berührenden und wertvollen Erzählung, sondern auch aufgrund seines wissenschaftlichen Hintergrunds. Sämtliche im Buch vorkommenden astronomischen Ereignisse – vom Stern, über die Galaxie bis hin zum Kometen und dem Schwarzen Loch – werden im Anhang des Buchs vom Grazer Physiker Matthias Hasewend kindergerecht beschrieben. Wilfried, den Stern gibt es übrigens auch als kuscheligen Dekopolster (hergestellt in Handarbeit von „Juanitas Nähbox“ in Graz) sowie als Hörbuch und als Audio-CD mit einem Lied unter der Mitwirkung von der Volksschule Ferdinandeum.

Zu erhalten ist „Wilfried, der einsame Stern“ in ausgewählten Grazer Buchhandlungen (Moser, Bücherstube, Kastner&Öhler, Spielzeugschachtel) sowie über Amazon. Pakete mit dem Polster bzw. mit Hörbuch und Audio-CD kann man online über www.wilfriedderstern.com bestellen. Am 15. Dezember findet zudem eine Lesung im Grazer Schauspielhaus (Haus 3, 14 Uhr) statt.

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Michael Pech

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