Vienna Coffee Festival 2020: Wien etabliert sich als weltweite Trendhauptstadt des Kaffees

Mehr als 9000 Besucher beim 6. Vienna Coffee Festival: Die internationale Kaffee-Elite verwandelte Wien am vergangenen Wochenende wieder zum internationalen Kaffee-Hotspot. Neuer „Barista Champion“ ist der Wiener Madalin Truica.

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Es war das Festival der Rekorde: 73 Aussteller, mehr als 9000 Besucher an drei Veranstaltungstagen in der Ottakringer Brauerei, mehr als 100 frische Kaffeesorten aus aller Welt zur Verkostung, 57 heimische Top-Barista als neues Teilnehmer-Hoch bei den „Austrian Coffee Championships“ und ein begeisterter Weltmeister als Ehrengast. „Das Vienna Coffee Festival zählt heute zu den wichtigsten Kaffee-Events der Welt“, lobte der norwegische Kaffee-Superstar Tim Wendelboe.

Und auch die beiden Veranstalter Günter Stölner und Günther Gapp zogen zufrieden Bilanz: „Vor allem der seit Jahren beständige Andrang der Festivalgäste vom Fachbesucher bis zum privaten Kaffeeliebhaber bestärkt uns in einem unserer vorrangigen Ziele, nämlich die Sensibilität für beste Qualität bei den Endkonsumenten zu erhöhen. Schlussendlich ist beste Kaffeequalität nur dann möglich, wenn auch den Farmern faire Preise bezahlt werden. Dieses Bewusstsein bei den Menschen zu wecken, ist wesentlich für unsere Branche.“

So präsentierte das Vienna Coffee Festival auch in diesem Jahr wieder einen einzigartigen Mix rund um die begehrte Bohne – von edlen Rohkaffee-Spezialitäten aus den besten Regionen der Welt und deren Verfahren zur Röstung bis hin zu den neusten Technologien von Kaffeemaschinen und Mühlen sowie den aktuellen Trends der Szene und natürlich den besten Baristi des Landes, die in insgesamt fünf Bewerben bei den „Austrian Coffee Championships“, den offiziellen Staatsmeisterschaften angetreten waren.

Sieger der Austrian Coffee Championships
Die mit 14 Vertretern aus ganz Europa international hochkarätig besetzte Jury der „Specialty Coffee Association“ (SCA) unter Vorsitz des aus Norwegen stammenden zertifizierten „World Coffee Events“-Juror John Stubberud kürte nach spannenden Wettkämpfen die Staatsmeister in fünf Kategorien:

In der Königsdisziplin „Barista Champion“ siegte der Wiener Madalin Truica (The Pelican Coffee Company). Für ihn geht es von 4. bis 7. Mai 2020 nun zu den Weltmeisterschaften nach Melbourne. Begleitet wird er vom Salzburger Michael Manhart, der wie schon im vergangenen Jahr in der Kategorie „Brewers Cup“ gewinnen konnte. Ihren Sieg aus dem Vorjahr wiederholte auch die Villacherin Tamara Nadolph (Bar Italia) in der Kategorie „Latte Art“. Sie tritt damit bei der Weltmeisterschaft in Warschau an (18. bis 20. Juni 2020). Nach Warschau geht es auch für die Sieger der Bewerbe „Coffee in Good Spirits“ und „Cup Tasting“: Der Niederösterreicher Manuel Kopper-Zisser holte sich den ersten Platz im Bewerb „Coffee in Good Spirits“. Der in Wien lebende Vorarlberger Bojan Pasic (Kaffeefabrik, Wien) konnte den „Cup Tasting“-Bewerb für sich entscheiden.

John Stubberud: „Die Wettbewerbe hier beim Vienna Coffee Festival sind die am besten organisierten aller Länder.“ Ein Lob, das vor allem dem österreichischen SCA-Eventkoordinator Martin Sedlacek gebührt.

„Mit 57 Teilnehmern hatten wir in diesem Jahr einen neuen Rekord. Ein Beweis, dass auch die Wettkämpfe ein immer höheres Niveau erreichen und Österreich sich hier mit den Besten der Welt messen kann. Die Teilnehmer bereiten sich oft Monate lang intensiv auf diesen Wettbewerb vor“, sagt Günter Stölner, Festival-Veranstalter und Obmann der SCA-Österreich. In seiner Funktion als Österreich-Geschäftsführer des renommierten Kaffeemaschinen-Herstellers „Cimbali“ stellte Stölner gemeinsam mit Enrico Bracesco, dem Sales Director der internationalen „Gruppo Cimbali“, für die Wettkämpfe mit der „La Cimbali M100 Attiva“ jene Kaffeemaschine zur Verfügung, die beste Technologie mit modernem Design vereint.

Trends: Lokale Röster, Nachhaltigkeit, Baristamilch und alkalisches Wasser
„Nachhaltigkeit, Transparenz sowie lokale Röster sind derzeit die Boom-Themen der Branche“, weiß Christina Meinl, die beim Vienna Coffee Festival ihren ersten offiziellen Auftritt als neue Präsidentin der weltweit größten Organisation für Kaffee hatte, der SCA (Special Coffee Association) und mit der Marke „Julius Meinl“ in mehr als 70 Ländern erfolgreich ist. Das sei eine Entwicklung, von der am Ende alle profitieren, ist sich auch Fritz Kaltenegger sicher. Der Geschäftsführer von „café+co“, dem führenden Kaffeedienstleister in Österreich, Zentral- und Osteuropa sagt: „Das neue Qualitätsbewusstsein der Kunden hat den Kaffeestandard in Österreich auf ein vollkommen neues Niveau gehoben.“

Es sind Spezialisierungen, die sich inzwischen auch auf die Milch ausgewirkt haben. So präsentierte „Kärntner Milch“ mit der „Latte Barista“ eine einzigartige Innovation. „Basis ist unsere weltbeste Rohmilch, die durch eine neue Rezeptur mit höherem stabilen Proteingehalt für einen perfekten Milchschaum sorgt“, erklärt Kerstin Ruttnig vom Kärntner Erfolgsunternehmen. Und selbst beim Wasser, das immerhin 98 Prozent eines Kaffees ausmacht, gibt es immer neuere Entwicklungen wie beim Vienna Coffee Festival Europas führendes Wassertechnologieunternehmen BWT zeigte. So stellte BWT-Manager Markus Knauseder mit dem „Balanced Alkalized Water“ ein neues Produkt in Österreich vor: „Der erhöhte pH-Wert von über 8,5 macht das Wasser alkalisch. Das basische BWT-Wasser unterstützt damit einen ausgeglicheneren Säure-Basen-Haushalt sowie einen bewussteren Lebensstil.“

Coffee Cupping und Masterclasses
Noch nie gab es übrigens so viele außergewöhnliche frische Kaffees aus der ganzen Welt bei einem Festival. Überzeugen konnten sich die Besucher bei den Masterclasses und Speciality Coffee Cuppings mit Algrando (Schweiz), Greentide (Österreich), Cup-A-Lot (Belgien), The Coffee Quest Colombia (Holland), Falcon Coffees (England) sowie Ally Coffee (USA) und dem weltweit größten Grünkaffee-Händler InterAmerican Coffee (USA).

Dementsprechend zeigte sich auch die Kaffeeszene in diesem Jahr beim Vienna Coffee Festival so bunt wie nie zuvor. Insgesamt 26 Röstereien stellten ihre Kaffeespezialitäten vor – von Größen wie Nespresso, Dallmayr, Meinl, Hornig, Tschibo oder Segafredo bis hin zu den zahlreichen Mikroröstern. Was sie alle verbindet, ist die Hingabe zu Qualität und besten Geschmack für ihre Kunden.

Schon jetzt steht auch der Termin für das Vienna Coffee Festival im kommenden Jahr in Wien fest – von 15. bis 17. Jänner 2021 dreht sich in Österreichs Hauptstadt wieder alles rund um die Bohne.

www.viennacoffeefestival.cc

Die 5 Gewinner der Austrian Coffee Championships im Kurzporträt

„Barista Champion 2020“ Madalin Truica: Bis zu acht Stunden Training pro Tag

Madalin Truica (The Pelican Coffee Company) und Rancilio-Sponsor – Credit: Christina Karagiannis (Vienna Coffee Festival)

Nach drei zweiten Plätzen hat es im dritten Anlauf erstmals mit dem Sieg in der Königsdisziplin geklappt. Der aus Rumänien stammende und in Deutschland aufgewachsene 33 Jahre junge Madalin Truica vertritt mit seinem Sieg Österreich damit bei der Barista-Weltmeisterschaft in Melbourne (4. bis 7. Mai 2020). Tätig ist der neue Champion in der Wiener Kaffeebar „The Pelican Coffee“. Um perfekt auf den Bewerb vorbereitet zu sein, trainierte Truica seit November mehrmals in der Woche bis zu acht Stunden pro Tag.

Neben der perfekten Bedienung der Espressomaschine kommt es beim „Barista Champion“ vor allem auch auf die sensorischen Fähigkeiten an sowie auf Kreativität und die Präsentationsfähigkeit. Den Juroren mussten beim Vienna Coffee Festival in 15 Minuten jeweils vier idente Espressi, Milchgetränke auf Espressobasis sowie eine Kaffee-Eigenkreation (Signature Drink) serviert werden. Die Kaffees, sowie der Barista selbst, werden von der Jury genau evaluiert. Zwei Jurymitglieder bewerten zusätzlich die technischen Fertigkeiten der Teilnehmer und kontrollieren, dass sauber und effizient gearbeitet wird.

Ranking Barista Champion 2020
1. Madalin Truica
2. Junior Vargas
3. Benjamin Graf

„Brewers Cup“ Champion Michael Manhart: Salzburger Lehrer mischt in der Weltspitze mit

SCA-Präsidentin Christina Meinl mit Sieger Michael Manhart – Credit: Christina Karagiannis (Vienna Coffee Festival)

Er ist eine der größten Überraschungen der internationalen Barista-Szene – wenn auch schon lange kein Unbekannter mehr: Der aus Salzburg stammende Michael Manhart ist weder Profi-Barista noch beruflich in der Branche tätig – er ist Lehrer. Und trotzdem: Nach seinem Staatsmeistertitel 2017 holte er beim „World Brewers Cup“ in Budapest den sensationellen 4. Platz. Beim Vienna Coffee Festival gelang dem 45-Jährigen nach 2019 nun erneut der Sieg. Bei der Weltmeisterschaft, die von 4. bis 7. Mai 2020 in Melbourne stattfinden, ist ein Top-Platz das erklärte Ziel.

Beim „Brewers Cup“ geht es um die perfekte Zubereitung von Brühkaffee. Der Bewerb besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil bekommen alle denselben Kaffee ausgehändigt, um ihn dann für die Jury aufzubrühen. Für jede Tasse muss der Kaffee einzeln zubereitet werden und das möglichst ident. Die Jury verkostet den Kaffee ohne zu wissen, wer ihn zubereitet hat. Im zweiten Teil dürfen die TeilnehmerInnen dann ihren mitgebrachten Kaffee der Jury auf der Bühne präsentieren. Es gilt in beiden Teilen des Bewerbs, den Charakter des Kaffees durch die Veränderung verschiedener Parameter zu betonen und herauszuarbeiten. Bewertet werden hier zum Beispiel Aspekte wie Geschmack, Körper und Balance des Kaffees.

Ranking Brewers Cup:
1. Michael Manhart
2. Martin Wölfl
3. Brent Nicoll

Staatsmeisterin „Latte Art“ Tamara Nadolph (Villach, Bar Italia): Kärntnerin zum dritten Mal beste „Latte Art“-Barista

Siegerin Tamara Nadolph mit Kerstin Ruttnig (Kärntner Milch – Credit: Christina Karagiannis (Vienna Coffee Festival)

Österreichs beste Barista in der Kategorie „Latte Art“ heißt wie schon 2018 und 2019 Tamara Nadolph. Beim Vienna Coffee Festival konnte sie die Jury mit Kreativität und Handwerk überzeugen. Für die 32-jährige Kärntnerin geht es nun zur Weltmeisterschaft nach Warschau (18. bis 20. Juni 2020). Trainiert wird davor noch fleißig im eigenen Lokal – seit 2009 betreibt sie die „Bar Italia“ am Hauptplatz in Villach. Ihren Triumph fixierte sie mit Kärntner Unterstützung: Und zwar mit der neuen „Latte Barista“ aus dem Hause Kärntner Milch“, die für perfekten Milchschaum sorgt.

Gefragt sind beim „Latte Art“ kreative Köpfe und ruhige Hände. Gezeichnet wird mit Espresso und Milchschaum, um etwas Farbe ins Spiel zu bekommen, kann auch Lebensmittelfarbe eingesetzt werden. In der ersten Runde mussten die Teilnehmer in der „Art Bar“ ein kreatives Muster in die Kaffeetasse zaubern und den Juroren präsentieren. Im zweiten Teil des Bewerbs mussten zwei identische Muster durch eine reine Eingießtechnik (Free Pour-Latte) und zwei identische Designer-Muster gezeichnet werden. Bei den Designer-Mustern dürfen auch wieder Hilfsmittel verwendet werden. Hierfür stehen den TeilnehmerInnen acht Minuten Zeit zur Verfügung. Bewertet wird neben dem optischen Erscheinungsbild auch die Kreativität der Kunstwerke.

Ranking Latte Art:
1. T-amara Nadolph
2. Ali Vogel
3. Alina Kirchner

Staatsmeister „Coffee in Good Spirits“ Manuel Kopper-Zisser: Maturant aus Niederösterreich überrascht die Barista-Profis

Sieger Manuel Kopper-Zisser mit Mario Kranister (La Cultura del Caffé) – Credit: Christina Karagiannis (Vienna Coffee Festival)

Der Überraschungssieger des Bewerbs „Coffee in Good Spirits“ stammt aus Bad Erlach (Bezirk Wiener Neustadt) und hat gerade erst Matura und Bundesheer absolviert. Noch während seiner Schulzeit vertiefte er sich in die Welt des Kaffees. Bei seinem dritten Antreten in dieser Kategorie klappte es mit dem Sieg. Der Niederösterreicher vertritt Österreich nun bei der Weltmeisterschaft in Warschau (18. bis 20. Juni 2020).

Bei „Coffee in Good Spirits“ geht es um Zusammenspiel von Kaffee und Spirituosen. Beim Vienna Coffee Festival mussten die Teilnehmer zwei Irish-Whiskey sowie zwei Kaffee-Alkohol Eigenkreationen (Signature Drinks) der Jury servieren. Die Charakteristik des Kaffees soll durch den gekonnten Einsatz von Spirituosen hervorgehoben werden. Den TeilnehmerInnen ist freigestellt, ob sie den Signature Drink in kaltem oder warmen Zustand servieren. Bewertet werden neben dem Geschmack auch noch das Mundgefühl sowie das optische Erscheinungsbild der Getränke.

Ranking Coffee in Good Spirits
1. Manuel Kopper-Zisser
2. Barbara Bauer
3. Alexander Afrough

Staatsmeister „Cup Tasting“ Bojan Pasic: Vorarlberger mischt die Wiener Kaffee-Szene auf

BWT-Manager Manfred Knauseder und Sieger Bojan Pasic – Credit: Christina Karagiannis (Vienna Coffee Festival)

Er kommt aus dem Kleinwalsertal und ist in Wien längst kein Unbekannter mehr: der Vorarlberger Bojan Pasic. Nach einem vierten Platz im Vorjahr setzte sich der Barista aus der Wiener Kaffeefabrik erstmals an die Spitze des „Cup Tasting“-Bewerbs. Für den 28-Jährigen bedeutet das die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Warschau von 18. bis 20. Juni 2020.

Know-how und Sensorik sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Kategorie „Cup Tasting“. Beim Vienna Coffee Festival wurden dazu jeweils drei Tassen frisch aufgebrühter Kaffee pro Set in einem Dreieck angeordnet. Bewaffnet mit einem Cupping-Löffel und einem Spuckbecher werden die Kaffees geschlürft. Die Besonderheit liegt darin, dass sich in zwei Tassen derselbe Kaffee befindet, in der dritten ein anderer. Diesen müssen die TeilnehmerInnen identifizieren und aus dem Set aussortieren. Das ganze acht Mal in maximal acht Minuten! Hier sind ein ausgeprägter Geschmacks- und Geruchssinn, sowie viel Erfahrung von Vorteil. Wer die meisten „falschen“ Tassen in der kürzesten Zeit erkennt, gewinnt.

Ranking Cup Tasting
1. Bojan Pasic
2. Valentin Freyler
3. Xaviar Comas

 

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Michael Pech

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