Fahrschule Dubovsky und Stadt Graz machen SeniorInnen fit und sicher für den Straßenverkehr

Immer mehr SeniorInnen nehmen aktiv am Straßenverkehr teil. Verbunden sind damit aber auch neue Herausforderungen. Gemeinsam mit dem SeniorInnen-Büro und der Stadt Graz bietet die Fahrschule Dubovsky nun eigene Workshops für SeniorInnen an.

GRAZ. Fahren im Alter wird zunehmend zu einem wichtigen Thema in unserer Gesellschaft. Schätzungen zufolge sind um die 15 Prozent aller Verkehrsteilnehmer Seniorinnen oder Senioren – der demographische Wandel wird die Anzahl der älteren Menschen im Straßenverkehr in Zukunft weiter anwachsen lassen. Eine Realität, die auch die Fahrschulen bemerken.

„In den vergangenen Jahren sind die Anfragen von SeniorInnen an unsere Fahrschule rasant angestiegen. Die einen wollen aktiv etwas zu ihrer Fahrsicherheit beitragen, die anderen steigen wieder neu in den Straßenverkehr ein – zum Beispiel nachdem der Partner gestorben ist“, sagt Brigitte Dubovszky, Besitzerin der Grazer „Fahrschule Dubovsky“, eine der ältesten Fahrschulen der Steiermark. Sie ist mit dem Thema „Alter und Mobilität“ bestens vertraut: Ihr Vater Ladislaus Dubovszky ist mit 96 Jahren noch immer aktiv hinter dem Lenkrad, vereinzelt sogar noch als Fahrschullehrer tätig und damit der älteste, der diesen Beruf in Österreich ausübt.

„Natürlich ist uns bewusst, dass es für viele SeniorInnen ein sehr sensibles Thema ist, ganz einfach schon aus dem Grund, weil sie Angst haben nicht mehr fahrtauglich zu sein und deshalb ihren Führerschein zu verlieren“, so Dubovszky. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (u.a. Schweiz, Italien, Großbritannien, Dänemark, Spanien) gibt es für die Fahrtauglichkeit in Österreich keine Altersgrenze. Jedoch muss eine medizinische Eignung gegeben sein.

Gemeinsam mit dem SeniorInnen-Büro der Stadt Graz hat die „Fahrschule Dubovsky“ nun ein Programm ausgearbeitet, das einerseits zugeschnitten ist auf die Bedürfnisse der älteren Verkehrsteilnehmer, andererseits ihnen vor allem die Angst nehmen soll, wie die Leiterin des SeniorInnen-Büros Ulla Herfort-Wörndle betont: „SeniorInnen haben zu oft die unbegründete Befürchtung, dass in solchen Kursen die Fahrtauglichkeit überprüft wird und nehmen solche Angebote schon allein deshalb ungerne in Anspruch. Mit dem gemeinsamen Programm, das wir mit der Fahrschule entwickelt haben, soll auch das Vertrauen gestärkt werden, dass es in erster Linie darum geht, wichtige Informationen weiterzugeben und Wissen aufzufrischen. Dazu wird es auch praktische Einheiten mit den SeniorInnen geben.“

„Wir wollen die Neugierde wecken und den älteren Menschen Mut machen, ihre Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und Freude am sicheren Fahren zu haben“, ergänzt Dubovszky.

Konkret teilt sich der Workshop auf vier Vormittage zu maximal je 3 Stunden auf. Inhalt ist zum einen ein theoretischer Teil (Neuheiten im Führerscheingesetz, Infos zu Vormerksystem und Fahrproben) sowie viele nützliche Praxis wie Sehtests, Perfektionsfahrten, Fahrsicherheitstrainings u.v.m. „Immer mehr ältere Menschen nehmen aktiv am Straßenverkehr teil. Für sie und für uns als Gesellschaft im Speziellen ist es wichtig, dass es hier entsprechende Angebote gibt, damit man auch im Alter sicher im Verkehr unterwegs ist und seine Fähigkeiten gut und korrekt einschätzen kann“, sagt Dubovszky.

Der erste Workshop findet bereits im Frühjahr statt (14., 15. sowie 21., 22. Juni 2018) und wird kostenlos angeboten. Wird das Programm gut angenommen, soll der Workshop regelmäßig angeboten werden.

Auch für den Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner ist „Mobilität und Alter“ ein wichtiges Thema: „Ich nehme die Bedürfnisse und Wünsche älterer Verkehrsteilnehmer ernst. Solche Initiativen sind zu begrüßen, denn Mobilität und Sicherheit im Alter müssen groß geschrieben werden. Mit den geplanten Workshops tragen wir einen wesentlichen Teil dazu bei.“

Laut ÖAMTC haben ältere Menschen im Straßenverkehr übrigens kein erhöhtes Unfallrisiko: „Die allermeisten bringen mehr Erfahrung und weniger Risikofreude mit. Meist kennen sie auch ihre Belastungsgrenzen, vermeiden lange Fahrzeiten, Fahrten bei Schlechtwetter und widrigen Straßenverhältnissen. Sie müssen nicht zur Hauptverkehrszeit unterwegs sein, wissen strikter zwischen Alkohol und dem Fahren zu trennen, halten Tempolimits ein, vermeiden Ablenkungen durch Handy und Navi und bereiten sich auf ihre Fahrten gut vor. Sie legen öfter Pausen ein und vermeiden Nachtfahrten. Sie sorgen sich um ihre Gesundheit, konsultieren Ärzte und halten sich meist an deren Empfehlungen, etwa einen Sehtest zu absolvieren oder ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen.“

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit sind die Zahlen von Verkehrsunfällen mit Personenschaden auf öffentlichen Verkehrsflächen in Österreich bei der Gruppe Menschen ab 65 Jahren leicht steigend: Waren es 2012 insgesamt 1734 verunglückte PKW-Lenker über 65 Jahre, so sind es in der jüngsten Auswertung für 2016 insgesamt 1858 – eine Steigerung um etwas mehr als 7 Prozent. Im selben Vergleichszeitraum sank allerdings die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden in den beiden anderen Gruppen: bei den 15- bis 24-Jährigen um 15 Prozent und bei den 25- bis 64-Jährigen um 5 Prozent.

Der erste Workshop startet im Frühjahr und findet an diesen Tagen statt: Donnerstag, 14. Juni 2018 (10 bis 12 Uhr), Freitag, 15. Juni 2018 (10 bis 13 Uhr), Donnerstag, 21. Juni 2018 (10 bis 12 Uhr), Freitag, 22. Juni 2018 (ab 10 Uhr). Anmeldungen sind möglich über das SeniorInnen Büro Graz (Tel.: 0316/8726390, senioren@stadt.graz.at) sowie über die „Fahrschule Dubovsky“ (Tel.: 0316/838784, office@fahrschule-dubovsky.at).

Das Programm:

  • Tag 1: Führerscheingesetz (Neuigkeiten), Vormerksystem, Sehtest, Erhaltung der perfekten Koordination bis ins hohe Alter
  • Tag 2: Neue Antriebe – Praktische Einführung (Elektromotoren), Einparken leicht gemacht – mit System, Fertigungs-Parkour
  • Tag 3: Wiedereinstieg – Aktive Teilnahme am Straßenverkehr (Perfektionsfahrten), Information über „Fahrproben“, Selbstüberprüfung für Schwächen und Stärken
  • Tag 4: Fahrsicherheitstraining

 

RÜCKFRAGEN:
Fahrschule Dubovsky
Schönaugasse 19, 8010 Graz
T: 0316 838784
www.fahrschule-dubovsky.at
office@fahrschule-dubovsky.at

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    Ulla Herfort-Wörndle (Leiterin SeniorInnen Büro Graz), Stadtrat Kurt Hohensinner, Ladislaus Dobovszky (96 Jahre, ältester Fahrschullehrer Österreichs), Brigitte Dubovszky (GF Fahrschule Dubovsky) - Credit: Fahrschule Dubovsky - Foto anlässlich PK Senioren und Mobilität (April 2018)
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Michael Pech

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